Sa
17
Apr
2010
Minden (mt). Alles Gute kommt von oben? Momentan sorgen winzig kleine Aschepartikel 8000 bis 10 000 Meter über Minden vielerorts für Ärger. Flüge fallen aus, Menschen sitzen
fest.
Bei Media-Reisen gingen die Mitarbeiter auf Nummer sicher und meldeten sich bei betroffenen Kunden. "Wir haben uns die Handynummern geben lassen, um sie auf dem neuesten Stand zu halten", sagt
Carsten Block, der mit den Reiseveranstaltern in engem Kontakt stand, um an Infos zu kommen. Allerdings gestaltete sich das schwierig - die Hotlines waren überlastet. "Wir wissen auch nicht mehr
als die Kunden", musste Gina Rufflett von Media-Reisen am Abend resigniert feststellen.
Bei den meisten Reiseveranstaltern traten gestern Krisenpläne in Kraft - so wurde Kunden in Aussicht gestellt, dass nicht genutzte Tickets erstattet oder Flüge kostenlos umgebucht würden.
Ein echtes Problem waren die Flugausfälle auch für Geschäftsreisende. So steckten einige Mitarbeiter Mindener Großunternehmen in der Ferne fest. Bei Wago suchte man in der Mindener Zentrale nach
Möglichkeiten, einen Angestellten aus Dubai zurückzuholen. Ein Mitarbeiter von ABB saß in Stockholm fest. "Wir suchen jetzt nach Wegen, wie er zurückkommen kann", sagt Heidrun Insinger aus dem
Chefsekretariat. Allerdings seien viele Züge ausgebucht und auch im Mietwagen könne der Mann nicht einfach nach Hause fahren - das Auto müsse ja zurückgeführt werden. Deshalb warte der Betroffene
nun im Hotel auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebes in Schweden, wolle sein Glück aber dennoch erst am Bahnhof versuchen.
Keinen Einfluss hat die Aschewolke dagegen auf den Flugbetrieb der Bundeswehr in Bückeburg. "Die Wolke befindet sich in einer Höhe, die unsere Hubschrauber nicht erreichen", sagt Michael
Baumgärtner, für Personal und Presse zuständiger Stabsoffizier der Heeresfliegerwaffenschule. Ähnliches gilt für den Flugbetrieb am Flughafen Porta. Auch hier erreichen die meisten Maschinen nur
eine Flughöhe von 3000 Meter, wie Sabine Kiewert, Mitarbeiterin der Flughafen-Betriebsgesellschaft mitteilt. "Alle Maschinen, die auf Sicht fliegen, können das noch tun." Weiterer Vorteil der
kleineren Flugzeuge: Sie sind nicht mit Turbinen ausgestattet. Diese könnten beim Flug durch Aschewolken ausfallen. Nur vereinzelt starten in Vennebeck auch turbinengetriebene Maschinen, die
ihren Kurs mithilfe von Instrumenten halten und hohe Flughöhen erreichen. "Bei uns läuft der Betrieb normal", so Sabine Kiewert.
Auch für das Wochenende war gestern Abend keine Entspannung in Sicht. Die Sperrungen auf den internationalen Flughäfen in Deutschland sollten fortbestehen.
Quelle: Bericht MT-Online
Link zur aktuellen Asche Lage : http://www.radarvirtuel.com/