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06
Aug
2010
Minden (rkm). Der Mindener Segelflieger Uwe Horstmann flog am 18. Juli 2010 zusammen mit seinem Copiloten Kenzo Umetani in einem Segelflugzeug eine genau dokumentierte Strecke
von 1153,02 Kilometern. Sie starteten in Porta Westfalica und kehrten nach absolut motorlosem Flug nach dort wieder zurück.
Nachdem genaue Wetterdaten eingeholt und ausgewertet wurden, starteten sie um 8.59 Uhr. Ihre erste Teilstrecke führte nach Bad Gandersheim, dann ging es nach Neunkirchen und auf der nächsten
Strecke nach Lüsse bei Berlin. Nächstes Ziel war Lüneburg, und dann wurde der Flug nach Reinsdorf bei Berlin fortgesetzt. Über Celle und Nienburg ging es schließlich wieder zurück zur Porta
Westfalica.
"Alle Daten unseres Fluges wurden von einem speziellen Gerät an Bord aufgezeichnet und zur Auswertung in einem internationalen Wettbewerb an einen Zentralcomputer übermittelt. Sie werden wie alle
Flüge der Wettbewerbsteilnehmer im Internet veröffentlicht", so berichtet der Pilot.
Die Flugstrecke wird dort auf einer Landkarte angezeigt. Für jeden Zeitpunkt sind Ort, Höhe, Geschwindigkeit, Sink- oder Steiggeschwindigkeit abzulesen. So ist sofort zu erkennen, dass die
Durchschnittsgeschwindigkeit 102 km/h betrug.
Uwe und Kenzo mussten 77-mal in Aufwindgebieten "Höhe tanken", denn ein Segelflugzeug sinkt gegenüber der umgebenden Luft ständig. Also kann nur Höhe gewonnen werden, wenn man in einem Gebiet
fliegt, in dem die Luft von unten nach oben strömt, und zwar schneller, als das Flugzeug sinkt.
Was sind nun die Voraussetzungen, um einen solchen Flug leisten zu können? Uwe Horstmann muss nicht lange nachdenken: "Da ist das Material, also ein leistungsfähiges, gut ausgerüstetes Flugzeug
und eine genaue Auswertung der Wetterdaten". Und dann überrascht er ein wenig mit der klaren Aussage: "Für mich war von großer Bedeutung, dass ich eine gute Ausbildung genießen durfte". Und das
sei nicht nur die rein technische Ausbildung zum Fliegen, sondern auch eine weitere Schulung zum Leistungssegelflug und immer wieder eine Beratung durch Fliegerkameraden.
Er sei beeindruckt von seinem früheren Fluglehrer Manfred Lüdeke, der ihm noch immer gute Tipps geben könne, und mit dem er sich manchmal zu gemeinsamen Flügen verabrede.
Und dann schwärmt er von seinen Flügen, beschreibt, wie es ist, wenn man in großer Höhe über Schleswig-Holstein im beinahe lautlosen Flug zugleich die Ostsee und die Nordsee sehen, wenn man über
der Meyer-Werft den großen Schiffsneubau oder am Rhein die Loreley sehen kann, wenn - "ein Augenschmaus" - der Rheinbruch bei Ramstein unten auftaucht.
Und dann ist er auch glücklich, wenn begeisterte mitfliegende Gäste ebenso empfinden. Und was sagt Kopilot Kenzo Umetani? "Wenn ich von Frankfurt nach Tokyo fliege, bin ich gerädert, aber nicht
nach einem Segelflug von 11 Stunden und 18 Minuten". So lange dauerte der gemeinsame Flug über 1153,02 Kilometer. Und darüber haben sie sich so sehr gefreut, dass sie ihre Fliegerkameraden zu
einer kleinen Feier am vergangenen Wochenende eingeladen haben.
Quelle: MT Online