Neue EU Lizenzen LAPL

20.02.2012

Quelle: Aerokurier 2012/03

 

Einführung der EU-Lizenz Viele Fragen und Antworten


In Europa wurden die künftig einheitlich anzuwendenden Regeln für die Ausbildung, die Prüfung und die Lizenzierung des fliegenden Personals in der Zivilluftfahrt veröf-fentlicht. Kaum ist die Verordnung publiziert, entstehen eine Fülle von Fragen vor allem zur Anpassung der bisherigen nationalen Lizenzen.


Die Strukturen zum künftigen EU-FCL sind der Verordnung zwar zu entnehmen. Vorgaben für den Übergang vom nationalen auf das europäische System sind nur in Ansätzen enthalten. Die Gesetzgebung und die Luftfahrtverwaltung haben nun die Aufgabe, diese Ansätze bin-nen sehr kurzer Zeiträume in detaillierte und in sich schlüs-sige Änderungen des deutschen Luftrechts zu überführen. Hier-zu muss ein Umwandlungsbericht erstellt werden, dessen Inhalte teilweise in eine Änderung der LuftPersV und der LuftVZO münden werden.


Alle Fragen zum Erwerb einer Fluglizenz, deren Erweite-rungen, Verlängerung und Erneuerung sowie die jeweiligen Ausübungsvoraussetzungen für die fliegerische Tätigkeit für die Luftfahrtbereiche, die durch die Basic-Regulation VO (EG) 216/2008 abgedeckt sind, wer-den von der VO (EU) 1178/2011 erfasst. Außen vor bleiben — ebenso wie im technischen Be-reich auch  die fliegerischen Tätigkeiten mit Annex 11-Flugzeugen. Dazu gehören unter an-derem Oldtimer, Luftsportgeräte, Experimentals und Forschungsflugzeuge.


Eben mit diesen Ausnahmen beginnen auch häufig die ersten Fragen von Luftfahrern, die im Zusammenhang mit der Überlagerung und dem Nebeneinan-der von europäischem und deutschem Recht gestellt werden.


Was wird aus der JAR-FCL-PPL(A)-Lizenz ?
Grundtenor: JAR-FCL-Inhaber müssen sich so gut wie gar nicht umgewöhnen die neue EU-Lizenz entspricht größtenteils den JAR-Vorgaben. Der JAR-FCL wurde in Europa zwar zu unter-schiedlichen Zeiten, jedoch letztlich flächendeckend in alle natio-nalen Regelwerke übernommen (in Deutschland 2003). Bisher vorhandene JAR-FCL-konforme Lizenzen werden ohne weitere Anforderungen in PART-FCL-entsprechende Li-zenzen umgeschrieben. Das EU-Part-FCL-System übernimmt die beiden bislang schon durch JAR FCL 1 (Flugzeug) und 2 (Hubschrauber) harmonisierten Lizenzvorgaben nahezu ohne Änderung. Auch in der Lizenz eingetragene gültige Zusatzberechtigungen werden 1:1 übernommen. Art. 4 Abs. 1 der FCL-VO legt fest, dass nach JAR ausgestellte (aber damit trotzdem bislang national geregelte) Lizenzen „als nach dieser Verordnung ausge-stellt gelten". Das heißt, mit der „alten JAR-Lizenz" wird zukünf-tig bei Verlängerung, Erneuerung, Erweiterung, Rücknahme etc. schlicht nach der FCL-VO verfahren, so als ob die Lizenz bereits in dem neuen Gewand ausgestellt wäre. Spätestens bei Ablauf des bisherigen 5-Jah-reszeitraumes der Gültigkeit des Papiers wird es in eine PART-FCL-Lizenz überführt. Klärungsbedarf gibt es zum Beispiel bei bisherigen Fluglehrerberechtigungen FI(A). Gemäß der neu-en FCL-VO muss bei jeder zweiten Verlängerung zwingend ein Flug mit einem Prüfer durchgeführt werden. Da dies bislang nicht nötig war beziehunsgweise nur in zwei von drei möglichen Verlängerungsvarianten vorkam, stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt hier das „2.Mal" gerechnet wird. Nachdem es diese zwingende Vorschrift bislang nicht gab, wird wohl erst die 2. Verlängerung nachdem neuen System der richtige Ansatz sein. Der FCL-VO ist nicht unmittelbar zu entnehmen, ob die bisherige JAR-FCL-FI(A) Berechtigung im Falle bislang nicht nachgewiesener CPL-Kenntnisse (zum Beispiel für Fluglehrer, die vor 2003 ihre Berechtigung gemacht haben) ohne weitere Nachweise unbeschränkt bleibt. Sie könnte gegebenenfalls darauf beschränkt werden, nur Anwärter für den zukünftigen LAPL(A) ausbilden zu dürfen (vgl. Nr. 2 Anhang II der FCL-VO i.V.m. FCL.FI 915 b) (2) i) der FCL-VO).

 

Hierzu wird das BMVBS eine Klarstellung vornehmen müssen, die sich im Umwandlungsbericht und nachfolgend in der LuftPersV wieder finden wird.


Was wird aus der PPL(A)-ICAO-Lizenz ?
Die Antwort hierzu findet sich in Art. 4 Abs. 3 a) in Verbindung mit Anhang II der FCL-VO. Nationale PPL-Lizenzen werden in PART-FCL-Lizenzen umgewandelt, wenn Kenntnisse der jeweils entsprechenden Teile aus PART-FCL und PART-OPS, außerdem die Sprachkompetenz und mehr als 70 Stunden Gesamtflugerfahrung auf Flugzeugen nachgewiesen werden. Außerdem muss der Nachweis der Fertigkeiten zum Verwenden von Funknavigationshilfen geführt werden. Das BMVBS wird Vorgaben dazu machen, ob der letztgenannte Nachweis ausdrücklich also nicht eine komplette CVFR-Ausbildung einschließlich Prüfung zum Beispiel anlässlich des nächsten Übungsfluges oder durch einen Flug mit einem Prüfer geführt werden muss.

 

Wenn der Übungsflug mit einem FI(A), dessen Lizenz auf JAR gründet, durchgeführt wird, sollten diese Fertigkeiten ausreichend überprüft werden können. Wiederum der zu erstellende Umwandlungsbericht wird Aussagen dazu enthalten müssen, was mit Lizenzen passiert, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Der Fall ist jedoch nahezu nicht vorstellbar, das Inhaber der ICAO-Lizenzen typischerweise schon geraume Zeit fliegen und die fachlichen und fliegerischen Nachweise leicht geführt werden können.

 

Auch beim FI auf ICAO-PPL-Basis stellt sich die Frage nach Inhalt oder ggf. Beschränkung der FI-Berechtigung im zu erteilenden Part-FCL-PPL(A). Die am 25.11.2011 bekannt gemachte FCL-VO tritt nach ihrem originären Wortlaut am 8. April 2012 in Kraft. Der Artikel 12 der Verordnung enthält einige so genannte „ Opt-out"- Möglichkeiten. Mit diesen kann ein Mitgliedstaat entscheiden, die Anwendbarkeit bestimmter Teilbereiche erst später zu übernehmen. Hierzu bedarf es einer entsprechenden Mitteilung, Begründung und Darstellung eines Zeitplanes an die EU-Kommission und die EASA zur jeweils nationalen Übernahme der in Art. 12 der FCL-VO enthaltenen Regelungsbereiche.

 

Die „Regulation Air Crew" — so die Bezeichnung der kompletten Verordnung  umfasst jedoch noch weitere Bereiche als die Teile „FCL" und „MED", die mit der VO 1178/2011 bekannt gemacht wurden. Die Teile „AR" (Authority Requirements), OR (Organisation Requirements) und der Teil „CC" (Cabin Crew) werden voraussichtlich im März bekannt gemacht. Zeitgleich zur Bekanntmachung der Teile CC, AR und OR wird eine Änderung des Artikel 12 der FCL-VO 1178/2011 erwartet.

 

Mit dieser Änderung wird den Mitgliedstaaten eine umfängliche Möglichkeit angeboten, die Anwendbarkeit der europäischen Regeln um ein Jahr zu verschieben das heißt ab dem 08. April 2013 anzuwenden. Deutschland wird davon wohl Gebrauch machen. Mit dieser zusätzlichen „ Opt-out" -Möglichkeit verschieben sich jedoch weder der Gesamtfahrplan noch die Enddaten der bereits in der originären FCL-VO 1178/2011 dargestellten Opt-out Grenzen für einzelne Regelungsbereiche. Insgesamt ergibt sich bei Ausnutzung aller möglichen Opt-out Zeiträume ein Ablauf, wie er in der Tabelle dargestellt ist.

 

 

Vergrößern (Tabelle Aerokuier)
Vergrößern (Tabelle Aerokuier)
09.01.2012

Quelle: DAEC


Was wird aus den nationalen Pilotenlizenzen?

Am 8. April 2012 treten die neuen luftrechtlichen Vorschriften für Pilotenlizenzen in Kraft. Für die internationalen JAR-FCL-Erlaubnisse, beispielsweise PPL-A und GPL, gelten ab 8. April 2012 die neuen europäischen Bestimmungen. Dabei gelten die JAR-FCL-Lizenzen als nach EU-FCL ausgestellte Lizenzen. Noch nicht festgelegt sind aber die Vorschriften für den Übergang der alten ICAO-Lizenzen und der nationalen Lizenzen, beispielsweise des PPL-N, in neues europäisches Recht. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat nun die Aufgabe, die Übergangsregelungen sowie die Bedingungen für die Übertragung nationaler Berechtigungen in EU-konforme Lizenzen festzulegen. Die komplette Umsetzung muss bis zum 8. April 2015 abgeschlossen sein.


Am 7. Januar 2012 trafen sich die DAeC-Lizenzspezialisten Frank Dörner, Dr. Meike Müller, Frank-Peter Schmidt-Lademann, Rudi Schuegraf, Carl-Otto Wessel, Günter Bertram, Theodor Dornemann und Jürgen Leukefeld in Braunschweig, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Dieser kurzfristige Termin der DAeC-Spezialisten war notwendig geworden, weil sich am 11. Januar das BMVBS mit einigen Landesluftfahrtbehörden treffen wird, um das weitere Vorgehen festzulegen.


In den Gesprächen zwischen BMVBS und DAeC hatte das BMVBS eingeladen, an den für Luftsportler relevanten Teilen mitzuarbeiten. Wichtig ist nun für die Vertreter des Sports, bereits in der Entwurfsphase eng eingebunden zu sein. Vor allem geht es den Luftsportlern darum, praxistaugliche Vorschriften in einem realistischen Zeitrahmen und vernünftige Übergangsregelungen zu erreichen. Das Gremium hat sich in einem Brief an das BMVBS gewandt und seine Unterstützung angeboten.

Brief an das BMVBS

25.11.2011

Erwartungsgemäß haben die EU-Kommissare den neuen Vorschriften für europäische Lizenzen zugestimmt. Das Amtsblatt der Europäischen Kommission vom 25. November 2011 hat die neue Verordnung veröffentlicht.

Nach dem Willen des EU-Ministerrats und des EU-Parlaments sollen bis April 2012 alle nationalen Lizenzsysteme (incl. JAR-FCL) durch ein EU-Pilotenlizenzsystem abgelöst werden. Auch Flugschulen und der Flugbetrieb sollen bis zu diesem Datum durch EU-Verordnungen geregelt werden.

 

 

Wer noch im Besitz einer alten ICAO oder nationalen Lizenz ist, wird geraten diese durch einen CVFR Kurs bis zum April 2012 auf eine JAR Lizenz upzugraden, da die alten Lizenzen nicht EU konform sind.
Mit einer CVFR-Berechtigung kann eine ICAO PPL und eine PPL(A) national mit CR 2000 kg ohne Probleme in eine PPL(A) JAR-FCL umgeschrieben werden.

Dazu bedarf es einer theoretischen Ausbildung in den Fächern
– Technik
– Luftrecht
– Navigation
mit anschließender Theorieprüfung.

Für die praktische Ausbildung sind 10 Flugstunden vorgesehen, wovon 5 Flugstunden,kostengünstiger als im Flugzeug auf dem Verfahrenstrainer absolviert werden können.

 

Zu den Neuerungen des EU-FCL gehört die Einführung der Light Aircraft Pilot License (LAPL), welche die nicht JAR-FCL-konformen, nationalen Lizenzen ersetzen wird. Nationale Lizenzen, z.B. die PPL-N, werden in Zukunft mit Ausnahme der UL-Scheine, nicht mehr ausgestellt. Bestehende nationale Lizenzen werden allmählich auf LAPLs umgestellt. An einem Tauglichkeitszeugnis für Halter einer LAPL wir z.Z. noch gearbeitet.

Der ursprüngliche Vorschlag, eine spezielle Fluglehrerlizenz für die LAPL-Ausbildung zu schaffen, wurde nicht getragen. Jedoch wird in den neuen FCL-Regeln von Fluglehrern, die ausschließlich in der LAPL Schulung tätig sind, kein theoretisches Wissen gefordert, das für den Erwerb einer kommerziellen Pilotenlizenz notwendig wäre. Dies dürfte insbesondere für die Motorflugausbildung im Verein vorteilhaft sein.

 

LAPL-A


 

(Flugzeuge und TMG)

LAPL-S

 

 

(Segelflugzeuge, Rating TMG )

 

a) Inhaber einer LAPL für Flugzeuge sind berechtigt zum Fliegen als PIC mit einmotorigen Landflugzeugen mit Kolbentriebwerk oder TMG mit einer höchstzulässigen Startmasse von 2 000 kg oder weniger, wobei bis zu 3 Personen befördert werden, d. h. es dürfen sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 4 Personen an Bord des Flugzeugs befinden.

 

 b) Inhaber einer LAPL(A) dürfen nur Fluggäste befördern, wenn sie nach der Erteilung der Lizenz 10 Stunden Flugzeit als PIC auf Flugzeugen oder TMG absolviert haben.

         

 

 

 

a)Die Rechte des Inhabers einer LAPL für Segelflugzeuge bestehen darin, als PIC auf Segelflugzeugen und Reisemotorseglern tätig zu sein. Um die Rechte auf einem TMG ausüben zu können, muss der Inhaber die Anforderungen in FCL.135.S erfüllen.

 

 

b)Inhaber einer LAPL(S) dürfen nur Fluggäste befördern, wenn sie nach der Erteilung der Lizenz 10 Stunden Flugzeit oder 30 Starts als PIC auf Segelflugzeugen oder Reisemotorseglern absolviert haben.


Motorflug-piloten

   

 

Segelflug-piloten

Rating TMG

 
FI
 FE  FIE
TRI   CRI 
            
 FI FE
 FIE  

      PPL (A)        

     

     SPL

 

k 
 
   k
Erwerb Rechte


Erwerb Rechte 
   
Verlängerung


Verlängerung    
Ratings


Ratings    
   

 

 

  FI-LAPL
     

         
   
   

 

 

 

 

 

 



LAPL (A)

Light Aircraft

 Pilot

Licence

   
     

LAPL (S)

Light Aircraft

Pilot

Licence

k 
k
Erwerb
Rechte  

  Erwerb Rechte 
   
Verlängerung  

  Verlängerung    
Ratings  

  Ratings    

Hubschrau-berpiloten   
   
 
 Motorflug-piloten
   

 
 Segelflug-piloten   
k 
  
Ballon-
piloten

 
Luftschiff-
piloten
 FI  FE  FIE   
 FI
 FE  FIE    FI FE
 FIE   FI
 FE  FIE    FI  FE  FIE
     
TRI
                TRI  CRI                                                           
       
          
                                                    
                           
                    
PPL (H)
           
 
PPL (A)

   SPL

k 
 
BPL

   k
PPL (As)

Erwerb Recht   Erwerb Rechte   Erwerb Rechte 
  Erwerb Rechte 
  Erwerb Rechte 
Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung
Ratings   Ratings   Ratings   Ratings   Ratings
   
           
FI-LAPL
 
  
 
                     
                          


    LAPL (H)     
       
LAPL (A)
LAPL (S)
k 
LAPL (B) k
LAPL (As)
Erwerb Rechte   Erwerb
Rechte   Erwerb Rechte 
  Erwerb Rechte 
  Erwerb Rechte 
Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung   Verlängerung
Ratings   Ratings   Ratings   Ratings   Ratings


 Legende
   Erweiterung der Lizenz auf...                     
 FIE
 Flight Instructor Examiner
   Lehrberechtigung für...
 FI-LAPL  FI Eingeschränkt
 BPL  Balloon Pilot Licence
 LAPL  Light Aircraft Pilot Licence
 CRI  Class Rating Instructor
 PPL  Private Pilot Licence
 FE  Flight Examiner
 SPL  Sailplane Pilot Licence
 FI  Fligth Instructor
 TRI  Type Rating Instructor

 
 TMG  Touring Motorglider
 Legende
  Erweiterung der Lizenz auf...                   
FIE
  Flight Instructor Examiner
  Lehrberechtigung für...
FI-LAPL    FI Eingeschränkt
BPL Balloon Pilot Licence
LAPL   Light Aircraft Pilot Licence
CRI Class Rating Instructor
PPL   Private Pilot Licence
 FE Flight Examiner
SPL   Sailplane Pilot Licence
 FI Fligth Instructor
TRI   Type Rating Instructor

 
TMG   Touring Motorglider

 

 

     

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