Die LS4 ist ein einsitziges Hochleistungs-Segelflugzeug des deutschen Herstellers Rolladen Schneider. Sie ist mit allen drei Subtypen nach Grunau Baby und Blanik mit 1050 Maschinen das am dritthäufigsten gebaute zivile
Segelflugzeug weltweit. Der Segelflug-Index beträgt 106.
Die LS4 ist ein einsitziges Hochleistungssegelflugzeug in Kunststoffbauweise mit 15 m Flügelspannweite und einem starren Flügelprofil. Sie entstand unter Verwendung des Rumpfes und der Modifikation des Flügels der LS3. Die Version LS4-a unterscheidet sich von der reinen LS4 vor allem durch das höhere maximale Abfluggewicht, das die Mitnahme von mehr Wasserballast ermöglicht. Die LS4-b bietet neben einem nochmals erhöhten maximalen Abfluggewicht weitere Verbesserungen wie automatische Ruderanschlüsse, ein optionales Spornrad statt des bisher verwendeten Schleifsporns, einen optionalen zusätzlichen Wassertank in der Seitenflosse, sowie einen verstärkten Haubenmechanismus, durch den es möglich wurde, den Instrumentenpilz klappbar an der Haube zu befestigen. Außerdem hat die b-Version einen um 18 cm kürzeren Rumpf, und im Gegenzug eine um 11 cm höhere Seitenflosse. Die Flugeigenschaften werden dadurch aber nicht spürbar beeinflusst.
Mit Ausnahme der automatischen Ruderanschlüsse können alle Neuerungen der b-Version auch in ältere Maschinen nachgerüstet werden, weshalb es mittlerweile sehr viele Mischformen gibt. Insbesondere sind viele LS4 und LS4-a mit einem Spornrad nachgerüstet worden.
Für alle Versionen der LS4 werden inzwischen abnehmbare Winglets zum Nachrüsten angeboten, die die Flugleistungen im Langsamflug und mit Wasserballast verbessern. Durch das durch die Winglets veränderte Trudelverhalten wird allerdings der Wasserballast auf 100 kg herabgesetzt. Die etwa 60 bisher so modifizierten Maschinen werden als LS4 WL bezeichnet. Sie können statt der ansteckbaren Winglets auch mit den alten, geraden Flächenenden geflogen werden. In dieser Konfiguration kann nach wie vor der volle Wasserballast mitgenommen werden.
Von AMS gefertigte LS4 entsprachen der b-Ausführung und wurden zusätzlich bereits werksseitig mit Winglets ausgeliefert.
Je nachdem, ob sie mit Wasserballast oder ohne geflogen wird, startet die LS4 bei Wettbewerben in der Clubklasse (ohne Wasserballast) oder in der Standardklasse (mit Wasserballast). Mit der Saison 2012 wurde ihr Segelflug-Index überarbeitet. Er beträgt nun ohne Winglets 104 und mit Winglets 105. Die LS4 erfreut sich bei Piloten wegen ihrer guten Leistungen und extrem gutmütigen Flugeigenschaften nach wie vor großer Beliebtheit.
Technische Daten:
| Konstrukteur | Wolf Lemke |
| Klasse | Standardklasse (ohne Wasserballast auch Clubklasse) |
| Erstflug | 1980 |
| Gebaute Einheiten | LS4 und LS4-a: 837 LS4-b: 211, insg. 1048 |
| Sitzplätze | 1 |
| Bauart | Flächen: GfK-Schaum-Sandwich, Rumpf: GfK |
| Flügelprofil | Wortmann modifiziert |
| Flügelspannweite | 15,00 m |
| Länge | LS4-a: 6,84 m LS4-b: 6,66 m |
| Flügelfläche | 10,5 m² |
| Flügelstreckung | 21,4 |
| Flächenbelastung | 31–45 kg/m² |
| beste Gleitzahl | 40,5 |
| geringstes Sinken | 0,60 m/s |
| Höchstgeschwindigkeit | 280 km/h |
| Mindestgeschwindigkeit | 68 km/h |
| sichere Lastvielfache | +5,3g/−2,65g |
| Wasserballast | 160 Liter, LS4 WL: 100 Liter |
| Leergewicht | 235 kg |
| max. Zuladung | 110 kg (Pilot und Fallschirm), LS4 WL: 100 kg |
| min. Zuladung | 70 kg (55 kg mit drei Trimmgewichten) |
| max. Flugmasse | LS4-a: 475kg LS4-b: 525kg |
| max. Masse d. nichttragenden Teile | 230 kg |
| Index | 104 |